Mi
16
Dez
2009
Haben wir Christen an Substanz verloren?
Gestern saß ich in der Probe für das Weihnachtskonzert der Kirchgemeinde Riesa. Dabei haben wir einen Mix aus alten und modernen Weihnachtsliedern gesungen. Was mir aufgefallen ist: Viele christliche Lieder in der alten Zeit hatten noch einen wesentlich tiefgründigeren Hintergrund. Heutige christliche Lieder stellen nicht mehr Gott im Lob und Preis in den Vordergrund, sondern den Menschen, der eine sofortige Reaktion von ihm haben will. Die Texte sind also überwiegend sehr oberflächlich. Es geht mehr darum, die Gemeinschaft zu pflegen, andere Menschen zu lieben und das WIR etwas bewegen können. Haben die Komponisten und auch die Geistlichen in der heutigen Zeit ihren Glauben verloren? Wenn man sich diese Texte anhört könnte man das meinen. Sicherlich spielen hier viele Faktoren eine Rolle. Als erstes der Faktor, dass der Mensch in der heutigen Zeit im Mittelpunkt des eigenen Denkens steht. Früher war das etwas anders. Da stand Gott im Mittelpunkt beziehungsweise eine andere zentrale Leitfigur. Ein weiterer Faktor: Der Mensch heute ist sehr bequem geworden. Wer heute ein guter Christ sein möchte und sich möglichst mit sehr vielen Sachen auskennen will, was die Bibel und die Verheißungen Gottes betrifft, braucht entweder andere Menschen, die auch so ticken oder der muss sich einen großen Teil seiner Kenntnisse selbst erarbeiten. Von der Kirche bekommt er diese Erkenntnisse nur selten. Ich denke dabei vorwiegend an auch unbequeme Themen. Beispielsweise zählt die Prophetie dazul. Welche christliche Kirche setzt sich heutzutage mit der Offenbarung oder dem Buch Daniel noch offen auseinander? Wir leben doch heute in dieser Zeit, für die diese ganzen Prophezeihungen gemacht sind. Aus theologischer Perspektive würde ich sagen, dass die Gegenseite von Gott, nämlich der Teufel heute viel tut, um die Menschen davon abzulenken. Von rein menschlicher Sicht würde sich sagen, dass die Oberflächlichkeit mittlerweile eine Merkmal unserer Gesellschaft geworden ist. Doch nicht allein die Prophetie gehört zu den Themen, die unterdrückt werden. Auch Themen, die dafür sorgen könnten dass die Kirche oder auch die Bibel mangelhafter Toleranz bezichtigt werden könnte fallen darunter. Denken wir beispielsweise an die Meinung der Bibel zum Thema Homosexualität. In Römer 1 steht darüber eine für homosexuelle sehr harte Abhandlung drin. Würden wir heute mehr auf die Bibel vertrauen, es wäre nie zu solch gewaltigen Problemen in Politik und Gesellschaft gekommen. Die Finanzkrise(das hat Mose schon thematisiert), der Werteverfall(siehe Bergpredigt) und auch die generelle Kriminalisierung der Gesellschaft, all diese Themen wären nie zum Tragen gekommen hätten wir auf Gottes Wort vertraut. Die traurige Wahrheit: Es wird nie wieder besser werden. Erst wenn Jesus wieder kommt werden wir, die wir als Christen ein wahrhaftiges Interesse daran hatten, als Christen zu Leben und Jesus nachzufolgen dann eine neue Erde erleben, auf der wieder alles in Ordnung sein wird. Bis dahin müssen wir diese Welt noch überstehen.
Christoph Till
