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Fr

30

Jul

2010

Wo ist das Sommerloch, wenn man es mal braucht?

Kachelmann, die Love Parade, die teilweise Auflösung des italienischen Kabinetts, Griechenland und viele weitere Themen beherrschen die Nachrichtenlandschaft. Nichts ist zu merken von dem bekannten "Sommerloch", welches RTL dazu verleitet, sämtliche Grillunfälle zu zeigen die es gibt und auch die öffentlichen rechtlichen Sender daran hindert, vermeintliche Skandale aufzudecken. Der Nachrichtensommer hat in diesem Jahr viel Tragisches und damit Berichtenswertes zu bieten.

Das hat für uns Medienschaffende jede Menge Vorteile. Wenn auch Skandale, wie beispielsweise eben die Love Parade ihr Tragisches für die Menschen haben, so gibt es von unserer Seite aus Arbeit, die wir tun können. Im Normalfall werden im Sommer sonst eher altbackene Themen der letzten Jahre wieder aufgewärmt. Nachrichtenredaktionen und Magazinredaktionen haben große Langeweile, weil ihnen bis September wenig bleibt, worüber sie berichten können. Meist ist die Urlaubssaison nachrichtentechnisch tatsächlich eine Urlaubssaison.

Auch für mich als Blogger bietet sich in diesem Jahr viel Stoff über den sich schreiben lässt. Denken wir an den 500 Millionsten Nutzer der Plattform Facebook, die Medienintegration bei Twitter oder auch die Empfangsprobleme bei dem IPhone. Die Tastatur bleibt bei diesen Themen garantiert nicht still stehen.

Leider hat dies auch seine Nachteile: Ein Pausieren ist sowohl für etablierte Medien, als auch Blogger und Twitterer (ausgenommen sie sind im Urlaub) in dieser Zeit nicht mehr drin. Viel mehr geht es darum, wirklich konsequent und ohne Pause zu arbeiten. Ein Zustand, der unserer Gesellschaft nicht wirklich gut tut. Viele Menschen, dazu zählen auch Journalisten, quälen sich mit der immer größeren Last. Der Grund ist nicht nur die Themenvielfalt und die Schnelllebigkeit, sondern vielmehr das Problem, dass in der heutigen Zeit alle Journalisten jedes Medium bedienen müssen. So ist ein Zeitungsjournalist in vielen Fällen heute auch als (meist schlechter) Videojournalist unterwegs, um das trimediale Bedürfnis der Verleger zu befriedigen. Radiosender stellen zu ihrem Programm ebenfalls Videos und auch journalistische Texte bereit. Längst gehört auch dazu, dass Journalisten mit Content Management System umgehen müssen. Darunter leidet leider die Qualität der Medien sehr, was in vielen Fällen heute zu sehen ist. Deswegen plädiere ich wieder dafür, die Geschwindigkeit herunterzuschrauben und zu Gunsten der Journalisten auch das Arbeitsprofil wieder etwas zu entschärfen - damit ein Sommerloch auch für den Journalisten ein Sommerloch sein kann.

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