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Di

06

Dez

2011

Interaktivität im Radio - Twitter vs. Facebook vs. Google+

Viele Radiosender haben einen eigenen Facebookauftritt, etwas weniger haben einen Twitteraccount, auf dem meistens die Facebooknachrichten publiziert werden und noch weniger haben eine Seite auf Google+. Die sozialen Medien werden derzeit zumindest bei einem Großteil der privaten Sender noch sehr rar genutzt und zum Teil auch nicht verstanden. Wer denn wirklich Interaktivität im Radio will sollte dabei viel weniger auf den großen sozialen Dino Facebook, sondern lieber auf Twitter setzen.

Twitter erlaubt echte Diskussion

Facebook liegt derzeit zwar klar bei den Nutzerzahlen vorn, doch dennoch hat der Dienst was die Interaktivität betrifft seine Nachteile. Auch Google+ hat diese Nachteile, da das Design im Wesentlichen dem von Facebook ähnelt. Der Nachteil: Werden zu einem Post mehrere Antworten verfasst fällt es sowohl dem Betreiber der Seite als auch dem jeweiligen Konsumenten schwer, der Diskussion zu folgen. Dadurch kann gar keine richtige Diskussion entstehen. Für mich ist das Eine der Erklärungen, warum britische Radiosender mehr auf Twitter setzen, als das in Deutschland der Fall ist. Ein weiterer Grund ist das sogenannte Hashtagging. Damit lässt sich eine wahre Diskussion erzeugen, indem eine ausgemachte Buchstaben und Zahlenkombination mit dem Zeichen # am Anfang versehen wird. Durch die Suche und die aktuellen Trending Topics lässt sich hier eine Diskussion gestalten und Reichweite generieren. Das Prinzip, durch ein @ und dem Nutzernamen zu antworten ist dadurch noch sehr einfach. Dementsprechend simple ist es auch, meinen zu erfassen. Durch die Antwort via @ und den Versand von Hashtags kann hier etwas entstehen, das wahrem Communitybuilding entspricht.

Mobile und hörfunktaugliche Reaktionen

Früher gab es bei vielen Sendern Premium SMS Nummern, die Nutzer wählen konnten um damit eine 160 Zeichen Nachricht an den Sender abzusetzen. Bei der BBC kommt dieses Prinzip zumindest bei Radio 1 noch zum Einsatz. Leider ist der Versand von SMS an Premiumnummern sehr teuer und deswegen lehnen es Hörer auch oft ab, SMS mit ihrer Reaktion ohne einen dementsprechenden Preis zu äußern. Mit Hilfe von Twitter lassen sich Reaktionen sowohl am Computer als auch mobil perfekt versenden. Hier liegt der eigentliche Hauptgrund für die Nutzung von Twitter im Radio. Statusnachrichten von Facebook müssen in der mobilen App erst gefunden und darauf geantwortet werden. Bei Twitter reicht eine bloße Erwähnung des Hashtags oder eine bloße Antwort via @ Zeichen aus, um letztendlich Reaktionen zu bekommen beziehungsweise aus Hörerperspektive auf ein Thema zu antworten. Mehr Interaktivität wäre im Radio ein großer Gewinn, da das Medium von Interaktivität lebt. Bloße eindirektionale Kommunikation von Gewinnspielen und Themen sind für Hörer wenig attraktiv. Der Hörer hat, und das lässt sich an manchen Facebookseiten von Radiosendern sehen, das Bedürfnis sich zu Themen zu äußern. Noch mehr als Facebook ist hier Twitter das Medium, welches eine solche Äußerung unabhängig von der jeweiligen Situation problemlos erlaubt.

Wie die Masse zu Twitter kommt

Das große Problem für Twitter derzeit: Es hat zu wenig Nutzer. Und warum hat es zu wenige Nutzer? Weil Twitter ein Dienst ist, der größtenteils auf Mobilität ausgelegt ist und bei nicht mobilen Nutzern leider wenig Anklang findet. Die Verbreitung von Smartphones und mobilem Internet wird zu einer weiteren Verbreitung von Twitter beitragen. Dazu können auch die Medien Einiges beitragen. Die Castingshow "The Voice of Germany" bei Pro Sieben hat es vorgemacht, wie eine mobile und Social Media orientierte Kommunikation und Diskussion aussehen kann. Ähnliche Events lassen sich im Radio durchführen. Die Verbreitung von Twitter hängt dementsprechend auch ein Stück von den Massenmedien im Bezug auf Twitter ab. Sollte Twitter bei öffentlichen Diskussionen über die Massenmedien, ähnlich wie bei "The Voice" zum Einsatz kommen, kann es schnell passieren, dass der Dienst sich etabliert. Ähnlich ist es mit Facebook in Deutschland auch gewesen.

Und Google+?

Auch Google+ ist ein gutes Tool, um Diskussionen darüber zu führen. Jedoch kann es im Vergleich zu Twitter von den Möglichkeiten an Interaktivität nicht standhalten. Ähnlich wie bei Facebook mangelt es an Möglichkeiten, die jeweiligen Nutzerstreams zentral zu begutachten. Stattdessen wird auch hier Wert auf die threadorientierte Ansicht gelegt. Google+ könnte aber, da die Verbreitung noch nicht so groß ist hier an den entscheidenden Stellen noch nachbessern und etwas wie Hashtags einführen, die die zentrale Erhebung sehr vereinfachen würden. Google+ scheitert somit bei der Einführung von Interaktivität im Radio, zumindest, was die Statusmeldungen auf einer Seite betrifft.

Interessant wird es jedoch an anderer Stelle: Mit Google+ Hangouts lassen sich direkte Videointerviews führen, die natürlich rein von der Tonspur her auch im Radio stattfinden könnten. So könnte via Hangout auch Interaktivität in Radio hergestellt werden. Diskussionssendungen könnten Anrufe zusätzlich über Hangouts anbieten. Da aber auch Skype in Sendungen außerhalb des Internets kaum Verwendung findet, ist damit leider eher weniger zu rechnen.

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